Tinte und Schwert - Verwandlung [Rezension]

 




"Du willst töten, doch du willst auch Pfarrer werden. Wie passt das zusammen?" 




Titel: Tinte und Schwert - Verwandlung
1. Teil
Autor: Matthias Soeder
Verlag: Feuertanz-Verlag
Seiten: 479
Erscheinungsjahr: 2026
ISBN: 978-3-910619-25-8
Genre: Historienroman
Art: broschierter Einband


"Nur ein einziges Kopfnicken war nötig, um eine Schlacht zu eröffnen. Ein einziges Nicken, um achttausend Soldaten in Bewegung zu setzen und nicht wenige von ihnen in den Tod zu schicken.
(S.215) 

 

"Wie ein riesiges Ungeheuer kam die Wolke näher. Sie wuchs zur Seite, sie wuchs in den Himmel, sie war düster und verdeckte die Sonne. Und sie brachte tausendfachen Tod. 






Herbst 1618, Bistum Würzburg.
Der Dreißigjährige Krieg ist erwacht.

Nach einem brutalen Überfall, bei dem seine Familie getötet wird, gerät der junge Jacob Wolffen in die Gewalt von Söldnern. Nach Böhmen verschleppt und zum Dienst in der Armee von General Mansfeld gezwungen, erkennt Jacob bald seine Bestimmung: Ein unbarmherziger Rachefeldzug gegen den skrupellosen Leutnant Heinrich von Hohenfels und seine Schergen. Eine scheinbar unlösbare Aufgabe, doch in der jungen Heilerin Anna Dillenberger – die ihre eigenen dunklen Geheimnisse hat – findet er eine starke Verbündete. Sie ist stolz, rebellisch und unbeugsam. Und sie unterstützt Jacob mit scharfem Verstand und unerschrockenem Mut. Gemeinsam kämpfen sie mit List, Tücke und mit der Kraft des geschriebenen Wortes.
Doch zwischen Belagerung und Verrat stellt sich bald eine grausame Frage: Dürfen sie Todsünden begehen, um die finsteren Mächte zu bezwingen?


"'Ich kann schreiben und lesen und rechnen und Latein! kannst du irgendetwas davon?'' 
Das hat nichts mir dumm oder schlau zu tun, sondern nur mit Möglichkeiten.' 
(S.297) 





Auf den ersten Blick: Eigentlich kein Buch, nach dem ich normalerweise greifen würde, obwohl ich eigentlich Historienromane sehr gerne mag. Es ist einfach sehr blutig und kriegsstrategisch, sehr düster. Aber das Setting um den 30-jährigen Krieg hat mich sehr neugierig gemacht - und das hat sich ausgezahlt: Matthias Soeder hat wirklich ein Händchen für schnelllebige Szenen und authentische Historienromane. Der Schreibstil hätte nicht besser mit dem Gegenstand verschmelzen und die Spannungskurve kaum idealer verlaufen können. Ich bin nun sehr gespannt auf den zweiten Teil, gleichzeitig aber froh, dass der Cliffhanger am Ende nicht noch gemeiner gesetzt worden ist.
Ja, es ist sehr makaber und nicht selten hätte ich bei sehr detaillierten Beschreibungen mir gern die Augen zugehalten. Aber ich fürchte, das macht genau den Charme dieses Werkes aus und die Leseerfahrung umso intensiver.
Es macht Spaß, nebenher zu recherchieren und zu sehen, dass die Basis des Buches nicht in luftleerem Raum steht. Das Einzige, was mir nicht gefallen hat, ist, dass die Handlung an einigen Stellen konstruiert bzw. zu stark vereinfacht erscheint, um sich zu fügen und zu einer nötigen Konsequenz zu führen. Aber das wird vielen kaum negativ auffallen, wage ich zu behaupten. Für solch schwere Kost ist es überraschend leicht zu lesen.



"Bist doch der Erste, wenn's darum geht, Erwachsene abzustechen. Und Kinder sind nichts anderes als zukünftige Erwachsene." 

(S.350)




Sehr schwer verdaulich und makaber, aber dafür umso spannender!

"Mit den Geheimnissen war das so eine Sache in der Armee. Jacob hatte den Eindruck, dass sie sich umso schneller herumsprachen, je geheimer sie waren."
(S.413)






"Liebe deine Feinde, hieß es in der Bibel. Doch Jacob konnte sie nicht lieben.
(S.242)






"Viel Feind, viel Ehr 
(S.458)

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