Während die Welt schlief [Rezension]

"Du und ich sind die Reste eines nie eingehaltenen Versprechens, die Erben eines Königreiches aus gestohlenen Identitäten." 



Titel: Während die Welt schlief
Autor: Susan Abulhawa
Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Stefanie Fahrner
Verlag: Heyne
Seiten: 447
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN: 978-3-453-42780-8
Genre: Gegenwartsliteratur, Roman des Lebens, politischer Roman
Art: flexibler Einband


"Denn wenn das Leben sie eines gelehrt hatte, dann die Tatsache, dass Heilung und Frieden erst beginnen können, wenn das Unrecht eingesehen worden ist.
(S.338) 

 

"Amal wollte dem Soldaten genauer in die Augen schauen, doch die Mündung der Schnellfeuerwaffe, die er gegen ihre Stirn presste, verhinderte das. 




Seit Generationen leben die Abulhijas als Olivenbauern in dem
idyllischen Dorf Ein Hod. Ihr Leben ist friedlich – bis 1948 die

Zionisten den Staat Israel ausrufen und sich alles verändert. Die

Dorfbewohner werden mit Waffengewalt aus ihren Häusern

vertrieben, müssen ihr Land, ihren Besitz und ihr Zuhause zu
-
rücklassen. Amal, geboren im Flüchtlingslager in Jenin, lernt die

Heimat ihrer Vorväter nie kennen. Stattdessen erlebt sie Kriege,

Gewalt und schreckliche Verluste, aber sie erfährt auch Freund
-
schaft und Liebe in der Gemeinschaft der Vertriebenen. Weder

Amal noch ihre Familie ahnen jedoch, wie eng ihr Schicksal

und das von Israel und Palästina wirklich zusammenhängen ...
Seit Generationen leben die Abulhijas als Olivenbauern in dem
idyllischen Dorf Ein Hod. Ihr Leben ist friedlich – bis 1948 die

Zionisten den Staat Israel ausrufen und sich alles verändert. Die

Dorfbewohner werden mit Waffengewalt aus ihren Häusern

vertrieben, müssen ihr Land, ihren Besitz und ihr Zuhause zu
-
rücklassen. Amal, geboren im Flüchtlingslager in Jenin, lernt die

Heimat ihrer Vorväter nie kennen. Stattdessen erlebt sie Kriege,

Gewalt und schreckliche Verluste, aber sie erfährt auch Freund
-
schaft und Liebe in der Gemeinschaft der Vertriebenen. Weder

Amal noch ihre Familie ahnen jedoch, wie eng ihr Schicksal

und das von Israel und Palästina wirklich zusammenhängen ...
Seit Generationen leben die Abulhijas als Olivenbauern in dem
idyllischen Dorf Ein Hod. Ihr Leben ist friedlich – bis 1948 die

Zionisten den Staat Israel ausrufen und sich alles verändert. Die

Dorfbewohner werden mit Waffengewalt aus ihren Häusern

vertrieben, müssen ihr Land, ihren Besitz und ihr Zuhause zu
-
rücklassen. Amal, geboren im Flüchtlingslager in Jenin, lernt die

Heimat ihrer Vorväter nie kennen. Stattdessen erlebt sie Kriege,

Gewalt und schreckliche Verluste, aber sie erfährt auch Freund
-
schaft und Liebe in der Gemeinschaft der Vertriebenen. Weder

Amal noch ihre Familie ahnen jedoch, wie eng ihr Schicksal

und das von Israel und Palästina wirklich zusammenhängen ...


Jenin im Blumenmonat April: Früh morgens, bevor die Welt um sie herum erwacht, liest Amals Vater ihr aus den Werken großer Dichter vor. Es sind Momente des Friedens und der Hoffnung, die Amal ihr Leben lang im Herzen trägt — ein Leben, das stets geprägt ist vom scheinbar ausweglosen Konflikt zweier Nationen.

Seit Generationen leben die Abulhijas als Olivenbauern in dem idyllischen Dorf Ein Hod. Ihr Leben ist friedlich — bis 1948 die Zionisten den Staat Israel ausrufen und sich alles verändert. Die Dorfbewohner werden mit Waffengewalt aus ihren Häusern vertrieben, müssen ihr Land, ihren Besitz und ihr Zuhause zurücklassen. Amal, geboren im Flüchtlingslager in Jenin, lernt die Heimat ihrer Vorväter nie kennen. Stattdessen erlebt sie Kriege, Gewalt und schreckliche Verluste, aber sie erfährt auch Freundschaft und Liebe in der Gemeinschaft der Vertriebenen. Weder Amal noch ihre Familie ahnen jedoch, wie eng ihr Schicksal und das von Israel und Palästina wirklich zusammenhängen …


"Und würden Worte die immense Bedeutung von Leben und Tod, so nah beieinander, erschüttern? 
(S.403) 



Das Buch kam mir genau zur rechten Zeit zugeflogen und hat mich für einige Wochen in seinen Bann gezogen. Zu sagen, es wäre erst jetzt aktueller denn je, wird ihm und den politischen Gegebenheiten nicht gerecht. Es hätte schon gelesen werden sollen, bevor es überhaupt geschrieben worden ist. Dieses Buch ist zwar fiktional, enthält aber trotzdem so viel Wahres und vor allem Wahrhaftiges in sich, dass ich mir diese Leseerfahrung einfach nur für jeden Menschen wünsche. Es war definitiv mein Jahreshighlight.
Dabei beschränkt sich das, was man in diesem Buch lernen und für sich mitnehmen kann, nicht nur auf den Nahostkonflikt, sondern bezieht auch das Leben selbst mit ein. Zwischenmenschliche Beziehungen werden hier zu einem wertvollen Erfahrungsschatz, kulturelle Reichtümer großzügig geteilt. 

Ein wichtiges Kriterium für Interessierte wird hier sein, ob Begebenheiten, Zusammenhänge und Zitate auch ausreichend belegt sind. Ich habe nicht alles gegengehalten, aber stichpunktartig nachgeforscht und ich kann so viel berichten: Natürlich sind die Figuren und ihre Schicksale fiktiv, aber das Gerüst der Geschichte, die politischen Ereignisse und sogar die Erfahrungsberichte sind sorgfältig recherchiert und an das reale Leben angelehnt (leider!). Direkte Zitate von historischen Personen sind sogar innerhalb des Buches belegt worden.

Die verschiedenen Erzählstränge sorgen zusätzlich für die Kurzweiligkeit der Erzählung, wobei ich nach einigen Seiten immer wieder eine Pause machen musste, um das Gelesene zu verarbeiten und mir alles ganz genau vorzustellen. 

Besonders hervorzuheben ist die Sprache. Selten habe ich auf so wunderschöne Art eine Geschichte erzählt bekommen. Jedes Wort hat eine Daseinsberechtigung, ist funktional und zierend zugleich. Und vor allem sind die Dialoge authentisch und an ihren Rahmen angepasst. Den Charakteren wird unfassbarer Tiefgang verliehen. 

Ich habe geweint, gelacht, war wütend, traurig, aufgeregt, hoffnungsvoll. Das Buch hat mich zittern und mich lebendig fühlen lassen. Danke dafür!



"Ari, der Mann, der nicht heiraten konnte, weil er, wie ich, die Liebe mehr fürchtete als den Tod." 

(S.377)




Es lässt alles in neuem Licht erscheinen.

"Du wurdest als Flüchtling geboren, aber ich verspreche Dir eins: Falls ich sterben muss, dann dafür, dass Du nicht als Flüchtling sterben musst"
(S.164)





"Warum machen sich Würde und Ehre an Stein und Boden fest? Seit Generationen pflügen die Menschen die Erde um, bauen aus ihrem Inneren Denkmäler, um der Epoche ihren Stempel aufzudrücken, um ihren Traum zu modellieren, um in einem unendlichen Universum wichtig zu sein, um den Zufall mit Sinn zu erfüllen, um Unsterblichkeit zu erlangen, indem sie Besitz ergreifen von einer unsterblichen Welt, die sie zermalmen und aushöhlen.
(S.381)





"Die Welt kann doch nicht zulassen, dass das so weitergeht.
(S.399)

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