Titel: Where we belong - Bis wir uns fanden Autor: Wiktoria A. Wieczorek Verlag: Ullstein Jugendbuch
Seiten: 383 Erscheinungsjahr: 2026 ISBN: 978-3-69086-009-3 Genre: New Adult, Liebesroman Art: broschierter Einband Saison: November-Dezember
"Und manchmal ist die Wahrheit das Schönste, was zwei Menschen einander schenken können."
"Wenn ich heute darüber nachdenke, was mein Leben lang mein sehnlichster Wunsch war, dann muss ich sagen: nicht aufzufallen."
Zofia hat es geschafft – ihr Traum vom Architekturstudium geht endlich in Erfüllung. Doch als sie auf einer Party plötzlich ihrem ehemaligen Mitschüler Nils gegenübersteht, fühlt sie sich mit einem Schlag wieder in die 7. Klasse zurückversetzt: Damals aus Polen nach Berlin gekommen, war Zofia auf einmal die Außenseiterin. Fremdes Land, fremde Sprache, neue Schule – auf dem Pausenhof wird sie von allen gemieden, und selbst die Lehrer begegnen ihr mit Vorurteilen. Nur Nils ist nicht wie die anderen, Zofias Herkunft scheint für den beliebten Mädchenschwarm aus gutem Haus keine Rolle zu spielen – bis ausgerechnet er dafür sorgt, dass sie sich so verloren fühlt wie nie zuvor. Jahre später muss sie sich entscheiden: Kann sie die alten Wunden vergessen – oder ist ihre Liebe zum Scheitern verurteilt, noch bevor sie begonnen hat?
"Ich hatte nicht erwartet, dass ein Dienstag mein Leben in zwei Teile reißen konnte - in ein Davor und ein Danach."

Okay, ich muss schon sagen: Das Cover, wenn auch sehr hübsch, ist auch ein bisschen kitschig. Aber auf der anderen Seite fängt es nun mal sehr gut auf, worum es in dieser Liebesgeschichte geht und viele Elemente der Geschichte sind keineswegs innovativ oder ein Bruch mit dem Genre. Trotzdem hat der Roman einiges zu bieten, wodurch er heraussticht, allen voran, dass er sich auf zwei Zeitebenen bewegt und mit dem Migrationshintergrund der Protagonistin ein sensibles Thema behandelt, dass noch zu wenig Beachtung erfährt. Aber ganz besonders erwähnungsbedürftig ist der Schreibstil. Selten, vor allem nicht in diesem Genre, habe ich es erlebt, dass eine Autorin bzw. ein Autor so gewitzt mit der Sprache jonglieren kann. Mannomann - was hier für sprachliche Vergleiche geflogen sind! Das half dann darüber hinweg, dass ich die Protagonistin hin und wieder etwas nervig und in ihrem Verhalten unverständlich fand. Wobei mit zunehmender Seitenzahl das Augenrollen beim Lesen definitiv häufiger geworden ist. Das liegt daran, dass auch neben der Protagonistin einige andere Figuren in alte Muster verfallen, die ich nicht nachvollziehen konnte und es wirkte an der ein oder anderen Stelle so, als müssten sie so handeln, um eine von der Autorin gewünschte Story-Line zu erfüllen. Dahingehend hat die Geschichte am Ende leider etwas nachgelassen, aber ansonsten habe ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt und würde auch ein weiteres Buch der Autorin lesen.
Wonderwall
Italienischer Pop All I want for Christmas Französisch-Pop Cozy-Cafe Mix Akustische Coversongs Jazzmusik 2000er-Hits Technotracks Weihnachtslieder
"'Zosiu... wszystko będzie dobrze, tak?' - Es wird alles gut, ja?
Ihr Blick verriet, dass sie selbst nicht daran glaubte, aber sie wollte, dass ich es tat. Nur dieses eine Mal noch. Ich nickte." (S.322)
Sprachlich ein Hingucker, definitiv ein Pageturner, aber nicht ohne das ein oder andere Augenrollen. "Und irgendwann kam der Morgen, an dem die Welt einfach weiterging, ob man wollte oder nicht."
 
"Kurz dachte ich darüber nach, wie viele Menschen in dieser Stadt gerade dachten, dass dieses Jahr ihr Jahr werden würde, und wie viele davon schon im Februar enttäuscht sein würden. Und trotzdem standen wir alle hier und taten so, als wäre dieser Moment eine Linie, die Vergangenheit und Zukunft sauber trennt."
"Ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass Identität keine fertige Schublade ist, in die man sich hineinlegt. Dass Zugehörigkeit nicht von außen kommt, sondern wächst - langsam, leise, mit jeder Erfahrung. Mit jedem Satz, den man schreibt, spricht oder verschweigt."
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"Draußen fiel der Schnee weiter vom Himmel und begrub unter sich den letzten Funken Hoffnung, dass ich das, was ich getan hatte, wiedergutmachen konnte. Manche Fehler blieben. So wie Narben."
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"'Ich gehe jetzt', sagte ich. 'Und ihr könnt wütend sein. Oder enttäuscht. Oder traurig. Oder euch einreden, ich wäre undankbar. Aber ich schäme mich nicht mehr dafür, wer ich sein will. Und schon gar nicht dafür, wen ich mag.'"
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ "Ich, der ich stumm danebenstand, wie eine Nebenfigur in meiner eigenen Geschichte."
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"Dass du polnisch bist, macht dich nicht weniger... na ja, was auch immer. Wenn überhaupt, dann macht es dich mehr. Du sprichst zwei Sprachen, du hast zwei Kulturen, du hast doppelt so viel Geschichte, doppelt so viele Wurzeln, doppelt so viel Tiefe. Die Menschen, die das nicht sehen, die sich davon bedroht fühlen oder dir deswegen ein Etikett verpassen - die sind klein. Nicht du."
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"Für einen Moment standen wir einfach nur da. Drei Menschen, ein Raum und eine Vergangenheit, die uns alle verband."
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"Und zum ersten Mal verstand ich, was Abschied wirklich bedeutete: Nicht, dass man weggeht. Sondern dass man ein Stück von sich dort lässt, wo man nie wieder ganz hinfinden wird."
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"Er hatte keine Ahnung, dass ich nicht studierte, um wie er Glaspaläste für Investoren zu entwerfen, sondern weil ich Räume schaffen wollte, in denen Menschen atmen und gemeinschaftlich leben konnten. Schulen. Bibliotheken. Orte, die von Leben erfüllt waren, nicht von Macht."
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